Fachartikel zu Hochzuverlässigkeitsorganisationen (HZO) und Hochzuverlässigkeitsmanagement (HZM)

Das Management der Zuverlässigkeit und der Zukunftsrobustheit

Was wir von Hochzuverlässigkeitsorganisationen lernen können

Autor:

Dr. Faruch Amini und Roman Retzbach

Vorwort

Im Umgang mit den Unsicherheiten und Risiken der Umwelt weisen sogenannte Hochzuverlässigkeitsorganisationen (HZO) Merkmale auf, die sie zu fast fehlerfreien Operationen befähigen. Dabei lassen sich einige dieser Merkmale möglicherweise auch auf andere Organisationsformen übertragen. Dieser Beitrag versucht die relevante Ansätze und Handlungen einer Hochzuverlässigkeitsorganisation zusammenzufassen und deren Herangehensweise zu erörtern.

Für die Praxis

Die fünf praktischen Strategien einer Hochzuverlässigkeitsorganisation (HZO):

  1. Fokus auf organisatorische Fehler statt auf Erfolge

  2. Vermeidung vereinfachter Reduktionen von Komplexität

  3. Beobachtung organisatorischer Prozesse

  4. Etablierung resilienter Subsysteme

  5. Einbindung von Expertisen

Zusammenfassung

HRO are constantly seeking to improve the prevention of errors and organizational myopia using a unique organizational structure. By simulating the large scale of possible events High Reliability Organizations are bracing themselves for the unexpected. Although HROs have elaborated search-and-discovery processes, trial-and-error learning does only occur outside the primary operations. In the essence there are a few things other organisations could learn from HRO. One is the effort to gain control over the critical input so to be able to stabilize the output and the other one is the substitution of foresight by establishing the ability to respond in dynamic ways that can tolerate input variants arising outside prior anticipations.

Hochzuverlässigkeitsorganisationen sind ständig bestrebt einen Zustand der hohen Robustheit gegenüber Unsicherheiten und dem Unerwarteten zu entwickeln und auszubauen. Hierfür werden außerhalb der primären Operationen vielfältige Ausgangsszenarien simuliert und die darauffolgenden Reaktionen der Organisation beobachtet und analysiert. Wenn man über die fünf extrahierten Eigenschaftsmerkmale der HZO auf eine höhere Abstraktionsebene steigt, lassen sich in der Essenz zwei Handlungsfelder identifizieren, die die Herangehensweise der HZO offenbaren und auf andere Organisationen übertragen werden könnten. Entweder eine Organisation kontrolliert den Input (Einbindung von Expertise, Fokus auf organisatorische Fehler statt auf Erfolge usw.) und stabilisiert den Output soweit, dass breite Variationsräume und Überraschungen unterbunden werden oder eine Organisation erweitert die eigene Adaptionsfähigkeit (Vermeidung vereinfachter Komplexitätsreduktionen von Informationen, Etablierung redundanter Systeme usw.), so dass unerwartete Ereignisse mit geringen Funktionsverlusten absorbiert werden können.

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